Wohnmobil selber bauen – Lohnt sich der Aufwand?

Wohnmobil Eigenbau
Ein Wohnmobil im Eigenbau ist ein längerfristiges Projekt, welches ausreichend geplant werden sollte

Nicht immer können die Hersteller von Campingfahrzeugen den Ansprüchen von Campingfreunden gerecht werden. Es gibt Camper, die sehr spezielle Anforderungen stellen, weil sie mit ihren Fahrzeugen beispielsweise nicht auf Straßen und Campingplätzen, sondern in der Wüste unterwegs sein möchten. Fahrzeuge, die für solche Einsätze geeignet sind, gibt es auf dem Massenmarkt so gut wie gar nicht. Nicht umsonst haben sich einige Unternehmen auf Anfertigung und Umbau maßgeschneiderter Campingfahrzeuge spezialisiert.

Allerdings muss man sich diese Spezialfahrzeuge erst einmal leisten können. So mancher Camper zieht es vor, den Umbau in Eigenregie durchzuführen, um auf diesem Weg viel Geld zu sparen. Außerdem bietet sich hierbei die Chance, eigene Vorstellungen exakt umzusetzen und somit den größtmöglichen Nutzen zu erzielen.

Selbst gebaute Campingfahrzeuge liegen ohnehin im Trend. Im Web stößt man mittlerweile auf eine große Anzahl entsprechender Fahrzeuge. Viele Camper berichten darüber, wie sie ihre Fahrzeuge entworfen und gebaut haben. Dies motiviert: Noch nie zuvor gab es so viele Personen, die ein Campingfahrzeug in Eigenregie bauen wollten.

Für wen ist so ein Umbau empfehlenswert?

Wohnmobil Eigenbau
Ein Wohnmobil im Eigenbau ist ein längerfristiges Projekt, welches ausreichend geplant werden sollte

Bevor man anfängt selbständig ein Fahrzeug umzubauen, sollte man sich ehrlich die Frage stellen, ob man dieses Projekt wirklich alleine bewerkstelligen kann. Man benötigt nicht nur das notwendige Geschick, sondern vor allem Zeit, die man neben Beruf und Familie investieren muss.

Ein solches Projekt will gut vorbereitet sein. Immer wieder machen Interessenten den Fehler, dass sie sich zunächst nach einem geeigneten Basisfahrzeug umsehen und sich dann überlegen, wie sie den Umbau angehen. Clever ist diese Vorgehensweise jedoch nicht: Im ersten Schritt gilt es zu klären, ob man sich überhaupt in der Lage befindet, ein solches Projekt zu stemmen – und zwar nicht nur im Hinblick auf die handwerklichen Fähigkeiten, sondern auch hinsichtlich der finanziellen Möglichkeiten. Besonders der finanzielle Gesichtspunkt wird schnell unterschätzt, der ein Eigenbau kostet mehr als nur das Basisfahrzeug und ein paar Materialien.

Es empfiehlt sich, viel Zeit in die Recherche zu investieren und sich viele Fahrzeuge dieser Art anzusehen. So bekommt man ein Gefühl dafür, welche konkreten Möglichkeiten bestehen und welche Arbeiten insgesamt zu verrichten sind. Im Anschluss kann man sich überlegen, ob man sein Projekt immer noch realisieren möchte.

Vor dem eigentlichen Umbau sollte man Antworten zu einigen wichtigen Fragen finden:

  • Fragen bzgl. Zulassung und Hauptuntersuchung (TüV).
  • Kosten für Zugfahrzeug, aber auch für Werkzeuge, Material, Zulassung und Arbeiten Dritter.
  • Feinstaubplakette des Basisfahrzeugs.
  • Materialwahl und –Eigenschaften.
  • Wo kann man den Wagen umbauen? (Garage/Werkstatt).
  • Welche Arbeiten kann man nicht selbst erledigen und müssen deshalb von Dritten erledigt werden?
  • Wer kann beim Umbau behilflich sein?
Dies sind nur ein paar allgemeine Fragen, die die Komplexität des Projekts verdeutlichen sollen, je nach Art und Weise des Umbaus können noch weitere Fragen und Probleme auftauchen, die gelöst werden müssen. Es ist immer besser sich diesen Fragen vor dem eigentlichen Projektstart zu stellen, so können Ärger und vermeidbare Kosten im Vorfeld vermieden werden.

Basisfahrzeug suchen

Camper Selbstbau
Selbstgebaute Camper und Wohnmobile sind immer Unikate, die auf die individuellen Wünsche des Besitzers ausgerichtet sind. Kein Modell gleicht dem anderen.

Wer am Ball bleiben möchte, begibt sich auf die Suche nach dem passenden Basisfahrzeug. Sofern man gut recherchiert hat, weiß man ganz genau, welche Fahrzeugmodelle überhaupt in Frage kommen und welche nicht.

Im Wesentlichen sollte man sich darüber im Klaren sein, zu welchen Zwecken und wie häufig das Fahrzeug eingesetzt werden soll und welche Zulassung angestrebt wird.

Sobald es einen oder mehrere Favoriten gibt, begibt man sich auf die Suche. Am besten bedient man sich der Fahrzeugsuche im Internet. Plattformen wie Autoscout Nutzfahrzeuge oder ähnliche sind hierbei eine ungemein große Hilfe. Sie erleichtern es, bundesweit oder sogar international nach geeigneten Transportern oder Kleinlastern zu suchen, die als Basisfahrzeuge in Frage kommen. Außerdem helfen entsprechende Plattformen dabei, innerhalb kürzester Zeit ein gutes Gefühl für das Preisgefüge am Markt zu entwickeln. Auch hier hilft eine ausgiebige Recherche, Geld beim Kauf zu sparen.

Fahrzeug auf- und vorbereiten

Ist das Basisfahrzeug angeschafft, erfolgt die Aufbereitung. Dies ist der mit Abstand beste Zeitpunkt, um Motor, Getriebe, Bremsanlage etc. genau unter die Lupe zu nehmen und ggf. zu reparieren. Diese Arbeiten aufzuschieben, ist nicht besonders clever. Nach einem Umbau kann sich deren Durchführung wesentlich schwieriger gestalten.

Den eigentlichen Umbau realisieren

Beim Umbau des Fahrzeug handelt es sich um ein eigenständiges Kapitel. Das Spektrum an Gestaltungsmöglichkeiten ist ungemein groß. Wichtig ist jedoch, dass man sich möglichst schon im Vorfeld darüber im Klaren gewesen ist, in welche Richtung man gehen und das Fahrzeug gestalten möchte.

Der häufigste Fehler, der hierbei gemacht wird, ist übrigens das Unterschätzen des Arbeitsaufwands. Es kommt nur selten vor, dass Projekte dieser Art frühzeitig erfolgreich abgeschlossen werden. In den meisten Fällen verzögern sich die Arbeiten – und zwar nicht um Wochen, sondern um Monate. Für eine realistische Planung empfiehlt es sich daher, einen intensiven Austausch mit Personen zu betreiben, die solche Projekte bereits gemeistert haben. Hier sind auch Campingforen sicherlich ein guter Anlaufpunkt, um den Austausch mit Gleichgesinnten zu suchen.