Feinstaubplakette für Wohnmobile und Wohnwagen

Das der Straßenverkehr zu einen großen Anteil an der Feinstaubbelastung in Städten und Gemeinden beiträgt ist hinlänglich bekannt. Gerade in Ballungsgebieten mit hohem Verkehrsaufkommen liegt der Feinstaubanteil daher öfters über Grenzwerten. Deswegen führen immer mehr Städte und Kommunen sogenannte Umweltzonen ein. In diesen Umweltzonen darf nur gefahren werden, wenn dies durch ein Zusatzschild erlaubt wird, und das Fahrzeug die entsprechend notwendige farblich codierte Feinstaubplakette besitzt.

Die für das Fahrzeug zulässige Feinstaubplakette (umgangssprachlich auch Umweltplakette genannt) wird mittels der Feinstaubemission des Fahrzeugs bestimmt. Die Feinstaubemission wird dabei durch den Emissionsschlüssel in den Fahrzeugpapieren (Fahrzeugschein) angegeben. Die Feinstaub- oder Umweltplakette ist z.B. bei den Zulassungsstellen, beim TÜV oder in vielen Werkstädten erhältlich und kostet etwa 5-10 Euro.

Wer ohne gültige Plakette in einer Umweltzone erwicht wird, kann mit 40 Euro und einem Punkt in Flensburg belangt werden.

Umweltplaketten für Wohnwagen und Wohnmobile

So viel zur Theorie. Aber was bedeutet das nun für Camper mit Wohnmobilen und Wohnwagen, die in eine Umweltzone fahren wollen oder dort wohnen.

Besitzer von Wohnwagen müssen für Ihr Zugfahrzeug eine Umweltplakette besorgen. Ist das Zugfahrzeug nicht zu alt, stellt dies in der Regel kein großes Problem dar. Die meisten PKW besitzen die notwendige Schadstoffklasse.

Als Wohnmobilbesitzer sieht die Sache leider etwas komplizierter aus.

Beträgt das zulässige Gesamtgewicht des Wohnmobils nicht mehr als 2,8 Tonnen, dann wird das Fahrzeug wie ein PKW behandelt. Es gelten also die PKW-Emissionsschlüssel.

Bei Caravans, die mehr als 2,8 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht besitzen, kommen die LKW-Emissionsschlüssel zum Einsatz.

Relativ neue Wohnmobile, dürften keine Schwierigkeiten haben, eine Feinstaubplakette zu erhalten. Alle bekannten Wohnmobilhersteller bieten ihre Modelle in der Zwischenzeit mit Feinstaubplakette an.

Bei älteren Caravans oder Re-Import-Wohnmobilen sieht es schon anders aus.

Teilweise sind die Emissionsklassen so schlecht, dass das Fahrzeug keine Plakette bekommt, oder es ist nicht so schnell ersichtlich in welche Klasse das Wohnmobil fällt, weil der Emissionsschlüssel nicht im Fahrzeugbrief angegeben ist.

Was kann man nun mit einem älteren Wohnmobil tun, um eine Umweltplakette zu erhalten?

Bei einigen Wohnmobilen ist eine Umschlüsselung in eine günstigere Schadstoffklasse möglich. Manche Hersteller oder Vertragshändler bieten eine kostenlose Überprüfung der Umschlüsselung an.

Wenn das Fahrzeug in eine günstigere Schadstoffklasse umgeschlüsselt werden kann, stellt der Hersteller eine Bescheinigung aus, die bei der Zulassungsstelle vorgelegt wird und zu einer Feinstaubplakette berechtigt. Angenehmer Nebeneffekt ist, dass man so auch noch KFZ-Steuer sparen kann.

Ist keine Umschlüsselung möglich, kann man über eine technische Nachrüstung von Partikel- und Russfiltern nachdenken. Nachgerüstete Wohnmobile können durch eine günstigere Schadstoffklasse eine Feinstaubplakette erhalten und zudem KFZ-Steuer sparen. Ob sich ein Nachrüsten lohnt, hängt sicherlich vom Einzelfall ab und ist unter Betrachtung der Umrüstkosten und eingesparter Steuern zu bewerten.

Wer weder umschlüsseln noch umrüsten kann, kann versuchen eine  Ausnahmegenehmigung der Kommune, in der er angemeldet ist, zu erlangen. Welche Voraussetzung für eine Ausnahmegenehmigung vorliegen müssen, ist aufgrund regionaler Unterschiede bei der lokalen Zulassungsstelle zu erfragen.

Nicht jedes Wohnmobil bekommt eine Feinstaubplakette

Im schlimmsten Fall darf mit dem Wohnmobil nicht in die Umweltzonen gefahren werden. Da sich diese aktuell nur auf Großstädte beschränken, ist das für viele Wohnmobilfahrer noch zu verschmerzen.

Wer allerdings mit dem Gedanken spielt ein Wohnmobil zu kaufen, sollte vor allem bei einem Gebrauchtkauf auf die Emissionsklasse des Fahrzeugs achten.

Weitere Informationen: Der TÜV Nord, hat eine Datenbank mit Feinstaubplaketten und Nachrüstmöglichkeiten ins Netz gestellt. Nach Eingabe der Fahrzeugschlüsselnummern bekommt man weitere Informationen, z.B. über die zulässige Feinstaubplakette.  Die Webseie ist unter http://www.tuev-umweltplakette.de/ erreichbar.